Metallbau im Winter: Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
- sgoebelshagen
- 17. Nov. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 20. Nov. 2025

Metallbauprojekte laufen heute ganzjährig - auch im Winter. Dennoch gelten in der kalten Jahreszeit klare technische Grenzen, damit Schweißnähte halten, Fundamente tragen und Beton zuverlässig aushärtet. Wer Stützen setzen, Konstruktionen montieren oder Schweißarbeiten ausführen lassen möchte, sollte deshalb wissen, unter welchen Bedingungen Winterbaustellen effizient und sicher funktionieren.
Schweißen im Winter - ab wann wird’s kritisch?
Beim Schweißen ist nicht die Lufttemperatur allein entscheidend, sondern die Bauteiltemperatur. Sie beeinflusst die Zähigkeit und Rissanfälligkeit des Stahls.
Typische Richtwerte:
Bauteiltemperatur mind. +5 °C(unterhalb drohen Kaltrisse und spröde Schweißnähte)
Vorwärmung notwendig, wenn Bauteiltemperatur < 0–5 °C oder wenn dickwandige Profile verarbeitet werden
Feuchtigkeit vermeiden: Nässe, Schnee oder Eis auf den Bauteilen sind ein No-Go
Maßnahmen auf Winterbaustellen:
Bauteile mit Gasheizern oder Heizmatten vorkonditionieren
Schweißzelte oder mobile Einhausungen nutzen
Trockene Lagerung der Elektroden und Schutzgase sicherstellen
Fundamente setzen - was muss der Boden können?
Für Betonfundamente oder Stützenanker gilt: Gefrorener Boden ist tabu.
Warum? Beim Auftauen verliert der Boden an Tragfähigkeit das Fundament kann absacken oder sich verformen.
Anforderungen an die Bodenbeschaffenheit:
Boden muss frostfrei sein (mind. 80–120 cm tief, je nach Region)
Keine Eis- oder Frostschichten in der Baugrube
Tragfähigkeit muss messbar sein (Plattendruckversuch oder statische Bewertung)
Wenn der Boden gefroren ist, helfen:
Aufschottern und Verdichten einer frostfreien Gründungsebene
Abdecken des Arbeitsbereichs (Thermohauben, Planen)
Mobile Heizer zur Bodentemperierung
Betonieren im Winter - ab welcher Temperatur ist es erlaubt?
Beton reagiert empfindlich auf Kälte. Die Hydratation läuft bei niedrigen Temperaturen deutlich langsamer und stoppt bei Frost. Wird der Beton in der frühen Phase gefrieren, entstehen Schäden und Festigkeitsverluste.
Richtwerte für Betonarbeiten im Winter:
Mind. +5 °C Umgebungstemperatur während der Verarbeitung
Frischbeton darf nicht unter +5 °C fallen, sonst droht Frostschaden
Bei Außentemperaturen unter -3 °C nur mit Winterbeton oder Zusatzstoffen
Beton muss die kritische Festigkeit (≈ 5 N/mm²) erreichen, bevor Frost eintritt
Wintermaßnahmen:
Wärmedämmende Verschalung und Abdeckungen
Beheizte Arbeitsbereiche
Einsatz von Verzögerern oder Beschleunigern (abhängig vom Betonkonzept)
Lieferung von „Winterbeton“ mit erhöhter Ausganstemperatur
Stützen im Boden verankern - das Zusammenspiel zählt
Ob Stahlstützen für Hallen, Geländerpfosten oder Tragkonstruktionen: Die Verankerung hängt von Boden, Beton und Montagetechnik ab.
Wichtig ist:
Fundament frostfrei und tragfähig
Beton ausreichend ausgehärtet (mind. 24–48 Stunden geschützt halten)
Keine Montage bei Glätte oder schneebedeckten Ankerpunkten
Stahlbauteile müssen trocken sein, um Korrosion und Unsicherheiten in der Verschraubung zu vermeiden

Fazit: Winterbau ist möglich, wenn die Rahmenbedingungen passen
Metallbau im Winter ist kein Problem, solange technische Mindestanforderungen eingehalten werden. Die wichtigsten Erfolgsfaktoren:
✔ Trockene, frostfreie Bauteile für saubere Schweißnähte
✔ Frostfreier Baugrund für tragfähige Fundamente
✔ Temperaturkontrollierter Beton für sichere Verankerungen
✔ Schutzmaßnahmen wie Einhausungen, Heizungen und Winterbeton
So lassen sich Projekte auch zwischen Dezember und Februar sicher, planbar und ohne Qualitätseinbußen realisieren.
Wenn Sie Ihr Winterbauprojekt zuverlässig und fachgerecht realisieren möchten, unterstützt JUBA Sie gerne bei Planung, Ausführung und technischen Fragen - kontaktieren Sie uns einfach für eine unverbindliche Beratung.



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